Nachruf Elisabeth
Am 12.2.2007 fand in Innsbruck die Trauerfeier statt. Wir bedanken uns für die rege Anteilnahme und die zahlreichen Kondolenzschreiben. Hier der Nachruf zum Nachlesen.
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Elisabeth Nairz geb. Schepers, verh. Scheidl * 5.5.1939 + 3.2.2007 Wir trauern um unsere Mutter, Schwiegermutter und Oma. |
Richtig begreifen tun wir’s noch nicht.
Du warst vollen Mutes und Zuversicht dass du bald wieder nach Hause kommst zu den deinen und wieder viel Zeit mit all deinen Lieben verbringen kannst.
Urlaub fahren, im Garten werkeln, am Sonntag Essen (und auch immer wieder in die Kirche!) gehen, Zeit mit der Familie und den Freunden verbringen.
Nun bist du nicht mehr da.
Klar, wir haben dich fest eingeschlossen in unsere Herzen und deine Seele hat hoffentlich eine wunderbare Bleibe gefunden, aber so ganz begreifen tun wir’s trotzdem noch nicht…
Über deine ersten Jahre wissen wir nicht allzu viel. Als Tochter einer Schneiderin und eines Dachdeckers kamst du auf die Welt. 1939, das erste Lebensjahr begann gleich im Krieg, der deine Heimat, das Ruhrgebiet, noch mit voller Härte treffen sollte.
Und danach? Mädchen sein. Junge Dame sein. Freundinnen haben. Das erste mal verliebt sein…
Schon mit 17 stellst du eine ganz grosse Weiche, die dein Leben wohl nachhaltig beeinflussen sollte:
Es geht in die Schweiz.
Nun, zu dieser Zeit machten das viele Leute. Um etwas Geld anzusparen, um die Welt kennenzulernen, neue Leute, eine neue Lebenskultur, neue Lebenslust – es folgen wohl aufregende Jahre, in der du so richtig gute Freunde gewinnst. Auch ein Charly hat’s dir angetan, ihr habt beschlossen das Leben fortan gemeinsam zu bestreiten.
2 Söhne wurden geboren: Roland und Thomas.
Ein neues Fenster tut sich auf, eure Pläne führen euch bald nach Österreich.
Fritzens.
Keine einfach Zeit für Zugereiste damals.
Neue Bekannte mussten erst wieder gewonnen werden, eine neue Existenz geschaffen werden.
Aber ihr habt Euch dann doch gut eingelebt und Du hast sogar den Dialekt angenommen. Mit dem Mini-Cooper bist Du um die Kurven gefegt. Das Haus war etwas zu groß geraten, nicht alles folgt nach Plan.
Der Weg geht weiter nach Volders.
Ein neuer Anfang muss gemacht werden. Zum Glück gabs da die alten Freunde aus Fritzens und deine Mutter, die Tante Irma, Hanni und Karlheinz, die dich in diesen schwierigen Jahren unterstützten.
Dein Herz wollte nach der Trennung von Charly nicht weiter alleine sein. Ein neuer Lebenspartner – ja, das wäre jetzt ganz wichtig und es sollten noch ein paar Jährchen vergehn…
1991 hat Elisabeth Willi kennengelernt. Mit ihm wäre sie jetzt im März 10 Jahre verheiratet gewesen. Mit ihm hat sie einen passenden Lebensabschnittspartner gefunden. Sie konnte reisen, im Garten werkeln, lesen. In ihrer neuen Heimat Pradl engagierte sie sich im Sozialsprengel und schaffte es damit bis auf die Titelseite einer Lokalzeitung.
Sie war stolz auf ihre Söhne und hat die Zeit mit ihren Enkeln immer sehr genossen und war auch voller Vorfreude auf das 3. Enkel. Und Thomas hatte ja auch einen wirklichen Schatz gefunden.
Sie hat ihre Krankheit angenommen, von der bis heute niemand sagen kann, was es wirklich war. Trotz täglichen Fieberschüben blieb sie immer voller Zuversicht, sie war aber auch vorbereitet, hat nicht gejammert. Die Therapien haben Mut gemacht, aber sie auch geschwächt. Eine Rückenverletzung kam dazu, und dann eine Lungenetzündung, die sich rapid ausbreitete. Bevor sie in den Tiefschlaf gelegt werden musste, bekam sie von Willi und Thomas noch einen Kuss. 24 Tage haben wir dann zuerst gebangt, und nach der schlechten Prognose der Ärzte uns begonnen zu verabschieden. Am Samstag den 3. Februar waren wir am abend noch alle bei Dir, Dein Herz schlug schnell, es bekam aber zuwenig Sauerstoff, und blieb um 20 Uhr stehen.
Du warst noch voller Pläne, aber wir müssen es nehmen wie es kommt. Auch fast 68 Lebensjahre sind ein reiches Leben. In unseren Herzen wird Deines noch viele Jahre weiterschlagen. Wir müssen nur reinhören.
