Audienzgeber beim Wirtschaftskonzil zu Konstanz

Christian Felber schlägt in einer Gemeinwohlökonomie vor, dass Regionen regelmässig einen Wirtschaftskonvent abhalten, um Ziele und Herausforderungen mit den Bedürfnissen der Menschen, die dort leben, abzustimmen. Zumindest einen Tag lang wurde dies in Konstanz am 30. April 2015 realisiert, 600 Jahre nach dem Konzil. 600 Leute aus Wirtschaft, Wissenschaft, Verwaltung und Politik waren in sechs Arbeitskreisen aktiv, um Ideen für die Zukunft der Region zu schmieden.

Nachmittags haben im Forum 5 zu "Reform und Wirtschaft - Mutig und erfrischend anders" nach einem Statement von Christian Felber 17 ExpertInnen Audienzen gegeben. In Zwiegesprächen wurden individuelle Fragen beantwortet, rundherum hörten Interessierte mit.

Fünf Konstanzer und ein Schweizer Unternehmen präsentierten ihre Gemeinwohl-Bilanz, welche sie sich in einer Peer-Evaluierung erarbeitet haben. Mit dabei die Agentur naturblau, die sich auf werthaltige Markenführung spezialisiert.

Das Konstanzer Konzil dauerte von 1414 bis 1418. In der causa unionis ging es um die Einigung des Papsttums, in der causa reformationis um Reformen innerhalb der Kirche und in der causa fidei um Glaubensfragen und die Bekämpfung der Ketzer. Trotz der langen Dauer wurde letztlich nur die causa unionis entschieden und Gegenpäpste abgesetzt. Dem Reformator Jan Hus wurde von König Sigismund zwar freies Geleit gewährt, doch beim Konzil wurde er eingekerkert und später auf dem Scheiterhaufen als Häretiker verbrannt. Die Hussitenkriege waren die Folge. Im 30-jährigen Krieg entlud sich 1618 erneut ein Religionskrieg und der Ablasshandel blühte weiterhin.

Heute spielen sich die Religionskriege im Nahen Osten ab, der Emissionshandel soll unsere Klimasünden entschuldigen und die globale Einigung wird über TTIP verhandelt. Da kann der Wirtschaftskonzil nur ein Auftakt zu vielen weiteren Zusammenkünften sein, wo Wirtschafts- und Klimagerechtigkeit ausgehandelt werden.

Bericht im Südkurier: Konstanzer Wirtschaftskonzil schmiedet Pläne für die Bodensee-Region (2.5.2015)

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