Filme anschauen zeitversetzt und ohne Werbung - mit einem DIY Video Disc Recorder

Einen PC zum Mediencenter für die ganze Familie recyclen: im deutschsprachigen Raum hat sich dazu eine lebendige do-it-yourself Gemeinde gebildet. Die Softwarebasis ist VDR für Linux, als Hardware genügt ein ausgedienter 1GHz PC mit 256 oder besser 512 MB RAM und eine Budget-DVB-S Satellitenkarte. Das Gerät soll in einer Abstellḱammer stehen, wo ein Satellitenkabel vom Dach vorbeiführt. Auch eine DVB-T Karte mit digitalem terrestrischem Programm kann eine Quelle sein. Mittels WLAN sollen dann alle PCs auf die verschiedenen Funktionen zugreifen: live fernsehen, was läuft gerade, aufnehmen, abspielen, usf. Über ein Webinterface lassen sich Filme nach Stichworten suchen und Aufnahmen verwalten. Viele VDR Nutzer schauen nur mehr mit dem selbst zusammengestellten Programm fern. Wir installieren zunächst ein Standard (K)Ubuntu und zeigen hier die nächsten Schritte, wie man zu einem VDR kommt.

Installation

VDR ist zwar auf Ubuntu Distributionen verfügbar aber es gibt einige Plugins, die wir benötigen. Gemeinsam lassen sich diese besser mit X-VDR installieren und warten.

Also ein Terminalfenster oeffnen und bei Bedarf sudo voranstellen, um Befehle als superuser auszufuehren :

 cd ~ # neueste x-vdr Version laden sudo wget http://www.zulu-entertainment.de/page/klick.php?d=x-vdr # auspacken tar xvfz x-vdr-*.tar.gz # In das x-vdr Verzeichnis wechseln cd x-vdr # README file in einem extra Prozess oeffnen und lesen! kate docs/README & # Skript ausfuehrbar machen chmod 755 x-vdr.sh # Installation starten ./x-vdr.sh 

Welche VDR Plugins?

Bei der Auswahl der zu installierenden Plugins sollte man zunächst wenige auswählen, man kann sie später leicht aktivieren. Mit dem softdevice Plugin hatte ich Probleme, den Framebuffer der Grafikkarte als Zwischenspeicher zu nutzen, daher habe ich es wieder deaktiviert. Ich verwende das Plugin xinelibout, um das Bild mit vdr-sxfe auf den Schirm zu bringen. Das Plugin streamdev wird zum streamen benötigt, alle anderen sollten erst später eingerichtet werden.

Wie im README des x-vdr Verzeichnisses beschrieben, muss manuell noch eine Anpassung gemacht werden: sudoers sind hinzuzufügen und in /etc/modules einzutragen.

VDR ueber XINE

Start

Nach dem Beenden des x-vdr shell scripts sollte vdr automatisch starten. Das kann man in des Systemnachrichten beobachten (/var/log/messages). Mit Ctrl-Alt F8 gelangt man auf das TTY8, wohin VDR das OSD und Fehlernachrichten schreibt. Mit den Tasten m, F1-F4, +/- und up/down lässt sich per Tastatur eine Fernbedienung simulieren: Backspace heisst zurück und Return ist ok. Da lässt sich zB unter dem Menüpunkt System / Einstellungen / VDR / Sonstiges festlegen, ob der Server nach einer bestimmten Zeit der Inaktivität mit VDR automatisch ausschaltet. Mit Ctrl-Alt F7 gelangt man wieder zurück auf die Ubuntu - Session.

Betrieb

VDRadmin stellt einen Webservice mit einer Programmuebersicht zur Verfügung, einloggen mit linvdr / linvdr. Dort kann ich auch Aufnahmen steuern und als Stream abspielen. Der Live-Stream kommt auf Port 37890 und lässt sich zB mit VLC auf jedem anderen Rechner anschauen. Sofern auf dem Server vdr-sxfe läuft, kann ich über das Webinterface unter dem Menüpunkt Fernseher Schnappschüsse vom ausgewählten Programm sehen. Mit dem Scriptaufruf "vdrplayer -r" kann man verschiedene Player auf dem lokalen Rechner austesten.

Das VDRadmin Web Interface

Auf einem Client schaut man sich VDR zB mit vdr-sxfe an:

 apt-get install xorg xineliboutput-sxfe vdr-sxfe 

Alternativen

Wer eine richtig bunte Umgebung für die Wiedergabe aller Medien möchte, kann sich zusätzlich zum CDR ein MMS dazubauen. http://wiki.mymediasystem.org/wiki/index.php/TV_-_MMS_mit_VDR-Streamdev

LinVDR ist eine eigene Distribution, die mit noch geringeren Ressourcen auskommt. Diese Distribution blieb jedoch im Jahr 2004 stehen. c't pflegt eine eigene, auch auf Debian basierende Distribution (http://www.heise.de/ct/ftp/projekte/vdr). EasyVDR bietet ebenfalls eine angepasste Distribution mit kurzer Bootzeit und eine gute Dokumentation an: http://wiki.easy-vdr.de/

Wem ein Ubuntu zu klobig ist und sich ein VDR auf Debian selbst backen möchte, findet eine Anleitung viele nützliche Hinweise auf http://www.gerloni.net/LinuxVDR und hier http://www.linuxtv.org/vdrwiki/index.php/DEBIAN_Configuring_VDR . Auch auf e-tobi finden sich Debian Pakete deb http://e-tobi.net/vdr-experimental etch base addons vdr-multipatch Wer genügend Rechenpower hat, kann mit Beryl auch TV im Würfel sehen - drahtlos, gesehen bei http://www.macpirate.ch

Und dann gibt's VDR auch fix fertig in einem wohnzimmertauglichen Gehäuse. ReelMedia bietet seit November 2007 mit der RealBox Avantgarde eine VDR - basierte Konfiguration für HDMI, 2 Tuner Slots, eSATA, Ethernet, uvm.

Anleitungen

Für Benutzer: http://www.vdr-wiki.de/wiki/index.php/Benutzerhandbuch

Fernbedienung: http://www.linuxtv.org/vdrwiki/index.php/VDR_User's_Manual

Umfeld: 

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