Du sollst nicht lügen

Ein Tischler hält  in einer eidesstattlichen Erklärung fest, dass Vorarlbergs Landeshauptmann bei persönlichen Besuchen in Betrieben  für Inseratenschaltungen in der Zeitschrift des Vorarlberger Wirtschaftsbundes geworben haben soll. Als Gegenleistung soll er Vorteile, etwa bei der Betriebsbewilligung, versprochen haben. Das wäre ein Interessenskonflikt und Amtsmissbrauch.  Markus Wallner hält im parlamentarischen Untersuchungsausschuss, in dem Wahrheitpflicht gilt, fest, er habe sich nie als Inseratenkeiler betätigt. 

 


"Ich bereue, dass ich Böses getan und Gutes unterlassen habe. Erbarme dich meiner, o Herr."


Wenn beide Christen sind, hat wohl einer bereits gebeichtet, dass er gelogen hat. Wie viele "Ave Maria" mussten der Tischler oder der Landeshauptmann dann beten? Als Ablass gilt auch, Fehler zuzugeben oder eine Wiedergutmachung.  Die ÖVP müsste also 900.000 Euro zurück zahlen, die vom Wirtschaftsbund an sie geflossen sind. Ob sich sich das mit einem Salär eines Landeshauptmannes oder dem Gewinn eines Tischlerbetriebes ausgeht, wenn die ÖVP in Regress ginge? Die mittelalterliche Tarifbuße würde eine Ratenzahlung  auf 40, 80 oder 100 Tage oder ein Jahr oder 40 Tage Fasten erlauben. Wenn das die Auszeit ist, die sich Markus Wallner ab 22. Juni 2022 genommen hat, hätte er am 2. August wieder die Amtsgeschäfte übernommen.  Wir dürfen auf die Reuetat gespannt sein.

 

Quellen (alle abgerufen am 14.8.22)

Wiener Zeitung 22.4.22
https://www.wienerzeitung.at/nachrichten/politik/oesterreich/2144950-Wirtschaftsbund-soll-extern-geprueft-werden.html

der Standard 2.6.22
https://www.derstandard.at/story/2000136240413/hat-wallner-fuer-inserate-geworben-landeshauptmann-gab-unterschiedliche-antworten

Das Nachrichtenportal der katholischen Kirche in Deutschland
https://www.katholisch.de/artikel/33973-beichte-mit-diesem-leitfaden-kann-fast-nichts-schief-gehen

Historisches Lexikon Bayerns
https://www.historisches-lexikon-bayerns.de/Lexikon/Ablass_(Mittelalter)

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