Was motiviert mich?

Einen Tag vor meinem Geburtstag ruft mich Lydia an, die als Umweltaktivistin einiges bewegt hat. Sie würde gerne von anderen wissen, was sie antreibt und hat mir drei Fragen gestellt. Ein passender Anlass, das mal aufzuschreiben. 

1. Wer bin ich und was mache ich?

Ich bin wohl ein Experte für medialisierte Kommunikation, die Open Source und Sharing - Kultur. Konzipiere und begleite Projekte und Dienstleistungen dazu. Da hab ich ziemlich viel Erfahrung sammeln dürfen in mehr als 25-jähriger selbstständiger Tätigkeit. Dies versuche ich in meiner Lehrtätigkeit an der FH Vorarlberg teilweise weiter zu geben. Dort durfte ich mehr als ein tausend Studierende ein Stück weit mehr oder weniger intensiv begleiten.

Ich bin Vater dreier Kinder, Ehegatte und Hausmensch. Fahre gerne mit dem Rad und liebe die Berge.

2. Was motiviert mich, zu machen was ich mache?

Es gibt viele Herausforderungen, auch solche zur Klimagerechtigkeit, die sich durch bessere Kommunikation lösen lassen. Gute technische Plattformen dafür zu schaffen, die ausschliesslich aus Open Source Komponenten bestehen, ist mein Anliegen.  Das Arbeiten in der Open Source Kultur ist wertschätzend, sinnstiftend und umverteilend, wenn eigene Beiträge etwa zur Optimierung von Software global von vielen anderen auch genutzt werden können.

Knifflige Probleme lösen macht Spass. Heute früh war es etwa die Konfiguration des TURN Server für fairmeeting.net, damit Videokonferenzen auch bei restriktiven Firewalls gelingen.

Was wohl jeden Menschen motiviert ist die Erwartung auf Anerkennung. Die bekomme ich, wenn Kolleg*innen an der FH sagen "ich hätte mich gut gehalten", wenn Leute die fairapps Dienste super finden (auch wenn sie im Support oft was zu nörgeln haben) oder wenn ich dieses Jahr das zweite mal den Umweltbildungspreis entgegen nehmen darf.

3. Was hat mein Tun bis dato bewirkt?

Ich habe gemeinsam mit dem fairkom Team vielen Menschen und Organisationen die Möglichkeit gegeben, klimaneutral gehostete, datenschutzkonforme Kommunikationswerkzeuge in die Hand zu geben. Ich habe dazu einige Arbeitsplätze geschaffen. 

Mit dem Ethify Yourself Projekt habe ich mir und wohl auch vielen anderen (sagen zumindest die Zugrifsstatistiken) das Rezept für einen Lebensweg in Balance und zur Lösung von Dilemma Situationen zeigen können.

Das coolste Projekt war wohl das net culture lab von 2007-2011, wo wir digitalen lifestype in Dornbirn und im MQ Wien zelebrierten und 30 Projekte unterstützen durften.

Was Lydia nicht gefragt hat: was denn alles nicht gelungen ist. Das ist freilich auch eine ganze Latte. Zum Beispiel aus Ethify eine Religion machen (da müsste ich von Stadt zu Stadt tingeln und predigen - ist nicht ganz meines), aus FairCoin eine Weltwährung schaffen (sah 2018 so aus, aber ein Gründer nahm es mit dem Vertrauen nicht so genau) oder an der FH Open Source Lösungen etablieren. Ich bleibe dran! Oder eigentlich wäre es Zeit, auch einige Ziele aufzugeben. Zufrieden wäre ich ja schon. Trotzdem gibt es noch viel zu tun!

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