Wenn es um den Betrieb vieler Cloud-Anwendungen geht, stell sich die Frage nach der Hosting Umgebung. VMs gab es in den Nuller Jahren, Docker in den Zehner und Kubernetes in den 20ern. Bei fairkom haben wir auch bereits 2020 die Weichen Richtung Kubernetes gestellt und einen eigenen Cluster auf Bare Metal auf- und mehrfach umgebaut. Heute laufen dort auf 6 Storage Nodes, 3 Master Nodes und 12 Worker Nodes, die 80% der Arbeitslast für fairapps.net und Kunden stemmen.
Ein Kunde hat mit Kubernetes experimentiert, möchte aber eine einfachere Lösung für eine handvoll Anwendungen. Da haben wir den Slogan "Docker swarm is dead" nochmal näher untersucht. Dabei bin
ich über das Softwareprojekt Sutty (ein CMS für das Fediverse) auf eine Hosting-Plattform gestoßen, die Docker Swarm intensiv nutzt.
Co-op Cloud stellt für mehr als 50 Anwendungen "Recipes" parat, die über deren in GO geschriebenes tool "abra" in eine Docker Swarm Umgebung eingespielt werden können. Nicht alle Recipes sind "produktionsreif", aber bei vielen sind auch die update Mechanismen mitgedacht.
Die Betreiber von coopcloud haben sich um 2022 ausführlich Gedanken gemacht, ob sie auf Docker Swarm setzen wollen. Sie verweisen dabei auf die Anstrengungen von Mirantis, die ja eine kompatible Nachfolgelösung anbietet. Diese haben ihren SWARM Orchestrator mittlerweile für Swarm und Kubernetes ausgebaut. Da steht dann dass sie "support Swarm as an integral part of Mirantis Kubernetes Engine MKE" als ein eigenes Produkt anbieten das auf einem k0s läuft.
Die Entwicklung bei Mirantis erinnert mich an Portainer, das zunächst auch nur Orchestrierungen von "Stacks" auf Docker (Swarm) ermöglichte aber sich auch rasch zu einem Management Tool für kubernetes entwickelte. Auch für Portainer gibt es mehr als 50 vorkonfigurierte Stacks, also vorkonfigurierte Anwendungen, etwa für die ethibox.fr Hosting Plattform - ich habe vor einem Jahr einige davon getestet.
Es scheint also ob beide Welten Swarm und kubernetes näher zusammen rücken - zumindest aus der Sicht der Orchestrierung. Mit k3s oder k0s lassen sich mittlerweile kubernetes Umgebungen relativ rasch hochziehen und auch warten. Ich vermute dass es für Docker Swarm künftig weniger guten Support geben wird, weil der Kubernetes Zug längst mit Hochgeschwindigkeit läuft.
